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Wie Fassaden-Experte Friedrich Scharl beim Münchener KAP WEST das Gewicht und die Kosten mit Dekton von Cosentino reduzierte

Oliver Hahr
Deutschland
Die Fassade des neuen Bürokomplexes am Münchener Hirschgarten spiegelt einen urbanen, modernen Zeitgeist. Der ursprüngliche Entwurf mit Beton oder Kunststein hätte es jedoch schwer gemacht, den engen Zeitplan und die gesetzten Kostenziele einzuhalten. Fassaden-Experte Friedrich Scharl fand eine Alternative, die Architekten und Bauherrn überzeugte: die ultrakompakte Oberfläche Dekton von Cosentino.
Herr Scharl, Sie haben die Fassade des KAP West technisch konzipiert. Was hat denn am ursprünglichen Entwurf nicht gepasst?
FS: Das Gewicht und die Kosten. Das Gebäude wurde mit einer hinterlüfteten Vorhangfassade konzipiert. Die Fassadeelemente mit Dreifachverglasung und steinbekleideten Lisenen sollten komplett vormontiert an die Baustelle geliefert und eingefahren werden können – ein gängiges Verfahren, das hohe Planungssicherheit und Effizienz verbindet. Der ursprüngliche Entwurf sah vor, die Lisenen mit 30 mm starkem faserverstärktem Beton oder Kunststein zu bekleiden. Doch jedes Fassadenelement hätte damit rund 1,5 Tonnen gewogen. Bei so viel Gewicht wird das Handling schwierig, das Risiko von Schäden steigt. Zudem benötigt man eine aufwändigere Unterkonstruktion. Das hätte in unserem Fall den Budget- und Zeitrahmen gefährdet.
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Sie begaben sich also auf die Suche nach einer leichteren Fassadenbekleidung.
FS: Richtig, wir brauchten ein Material, das eine hochwertige steinerne Optik besitzt, aber dünner und damit leichter ist – und unter dem Strich kostengünstiger. Überzeugende Anbieter zu finden, erwies sich als gar nicht so einfach. Schließlich entdeckten wir Dekton. Diese ultrakompakte Oberfläche ist äußerst stabil und bei 12 mm Stärke mit 32 kg/qm vergleichsweise leicht. Das Material wäre sogar noch dünner verfügbar gewesen. Aber diese Stärke brauchten wir, um auf der Rückseite Hinterschnittanker einzubringen. Dadurch lassen sich die Platten sicher und von außen unsichtbar am Fassadenelement befestigen.
Was waren materialseitig die ausschlaggebenden Argumente?
FS: Neben den gewünschten Designoptionen brauchten wir natürlich die Zulassung für den Fassadenbau. Dekton hat eine Zertifizierung gemäß ETA 14/0413 und CE 1220‐CPR‐1459. Bei Tests wurde bewiesen, dass das Material sogar Erdbeben der Stärke 7 aushält. Die Brandschutzklasse ist A2. Was für unsere Zwecke ideal war: Sollte eine Platte bersten, sorgt ein integriertes Glasfasernetz dafür, dass die Bruchstücke festgehalten werden. Das Material nimmt aufgrund seiner ultrakompakten Struktur nur in sehr geringem Maße Wasser auf. Das bedeutet eine hohe Sicherheit gegen Witterungseinflüsse wie Hitze, Kälte und Thermoschock sowie eine hohe Formstabilität, was sehr enge Fugenbreiten bei Toleranzen von lediglich +/- 0,5 mm ermöglicht. Neben der Qualität des Materials war uns aber auch die des Herstellers wichtig. Würde er 13.000 qm „in time and quality“ liefern können?

"Dekton sollte eigentlich immer in Betracht gezogen werden, da es eine sehr hohe Design-Vielfalt bietet"

Friedrich Scharl

Architekt und Fassadenexperte

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Wie haben Sie sich von Cosentino als Lieferant überzeugt?
FS: Wir sind hingefahren, zusammen mit dem Bauherrn, den Architekten, dem Fassadenbauer und den Cosentino-Leuten aus Deutschland. Die Produktion in Spanien war für mich wirklich beeindruckend: Dekton wird dort in Abmessungen von 3200 mm x 1440 mm in einem kontinuierlichen Prozess gefertigt, so dass die Platten einer Charge eine homogene Qualität, Textur und Farbgebung besitzen. Dann folgen der individuelle Zuschnitt und die Nachbearbeitung, wozu in unserem Fall auch die Kantenbearbeitung, Gehrungsschnitte, das Setzen der Hinterschnittanker und der Agraffen gehörten. Die vorkonfektionierten Elemente wurden dann zwischengelagert und Stück für Stück an den Fassadenbauer geliefert – wirklich äußerst zuverlässig und in der richtigen Reihenfolge, was bei fast 400 unterschiedlichen Fassadenelementen und ca. 15.000 Bekleidungselementen eine logistische Meisterleistung ist.
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Wie hat sich die Verwendung von Dekton® auf die Fassade ausgewirkt?
FS: Dekton ist ästhetisch und funktional wirklich überzeugend. Durch das geringere Gewicht der Fassadenbekleidung konnte auch die Unterkonstruktion im Vergleich zum ursprünglichen Entwurf deutlich einfacher und leichter werden. Sie ist nun selbsttragend. Beim Fassadenbauer App in Deutschland wurden die Aluminiumprofile von Wicona mit der Verglasung und Dämmung, dem Sonnenschutz und der Elektrik versehen. Abschließend wurden die vorkonfektionierten Dekton-Platten eingehängt und gesichert. Jedes Fassadenelement ist nun etwa ein Drittel leichter als zu Beginn der Planung. Statt 1500 kg waren somit nur 1000 kg zu bewegen, was Transport und Montage sehr erleichtert hat.

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Konnten Sie die zeitlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einhalten?
FS: Wir hatten an der Baustelle zwei Teams mit je drei Arbeitskräften. Die haben parallel an unterschiedlichen Gebäudeteilen gearbeitet und die Elemente im 20-Minten-Takt in die Einbausituation bekrant, eingefahren und montiert – 2000 Elemente für rund 12.600 qm Fassadenfläche in nur sieben Monaten. Das lief wirklich wie am Schnürchen. Zudem konnten wir durch Verwendung von Dekton anstelle von Beton oder Kunststein den Preis pro Quadratmeter der Fassade um rund 20 Prozent senken. Der Bauherr ist glücklich, denn wir konnten mit diesem Ansatz voll im Zeit- und Budgetrahmen bleiben.
Herr Scharl, in welchen Anwendungsfällen würden Sie Planern die Berücksichtigung von Dekton von Cosentino besonders empfehlen?
FS: Dekton sollte eigentlich immer in Betracht gezogen werden, da es eine sehr hohe Design-Vielfalt bietet und leichter ist als Stein oder Beton. Das ultrakompakte Material ist sogar widerstandsfähiger und nachhaltiger als Glas oder Blech. Was mich wirklich beeindruckt hat, war die Fähigkeit des Unternehmens, rund 13.000 qm Material in gleichbleibender Qualität, Farbgebung und Textur in weniger als einer Woche zu fertigen. Neben der Produktion hat auch die technische und logistische Abstimmung sowie die Kommunikation mit dem Fassadenbauer, uns als Fassadentechniker und dem Architekten sehr gut und zuverlässig funktioniert. Das ist bei einem Großprojekt wie dem KAP WEST, bei dem Planungssicherheit in einem engen Zeitfenster entscheidend ist, enorm wichtig und half allen Beteiligten, einen prima Job zu machen.
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